Firmengeschichte… wie alles begann

Zu meiner besonderen Freundschaft mit dem Lipödem

Ich war sehr schlank. Habe im Verein Volleyball gespielt und liebte den Sport. Noch mit 16 wog ich 48kg. Ich war sehr beliebt und aktiv. Doch mit 16 Jahren in der Pubertät brach wie bei vielen Mädchen das Lipödem aus. Unkontrolliert nahm ich innerhalb eines Jahres so viel zu, dass ich 120kg wog. Ich verdreifachte beinahe mein Gewicht ohne erkennbaren Grund. Meine Mutter war natürlich in großer Sorge und besuchte mit mir viele Ärzte, doch leider konnte mir keiner helfen, denn das Lipödem war noch relativ unbekannt. Immer wieder wurde es auf meine Schilddrüse geschoben. Nach mehrfacher Kontrolle und einem wunderbaren Ergebnis bekam meine Mutter den Spruch von unserer Ärztin zu hören:

 

“Vielleicht geht Ihre Tochter nachts an den Kühlschrank und FRISST ihn leer“

 

Spätestens nach dieser unqualifizierten Aussage fing ich an die Ärzte zu meiden, anstatt mir weiterhin Hilfe zu holen. Gerade in der Pubertät ist eine solche Situation die Katastrophe. Da mich viele auf der Straße nicht mehr erkannten, blieb ich lieber zu Hause, was mich in die Isolation drängte. Aber lieber das, anstatt mir ständig verletzende Sprüche anhören müssen.

Dazu kam dann die Trennung meines damaligen Freundes. Um alles wieder abzunehmen, versuchte ich das Gewicht mit einer Crash-Diät wieder in den Griff zu bekommen. Zwar nahm ich damit gut ab, aber ich setzte meinen Körper so sehr unter Stress, dass ich dadurch einen Schub auslöste und nun das Lipödem auch sehr schmerzhaft wurde. Natürlich minderte das auch wieder meine Bewegung und meine Gewichtsachterbahnfahrt begann.

Zu dieser Zeit begann ich eine Ausbildung zur Orthopädiemechanikerin und Bandagistin. Als ich mich beruflich immer mehr mit dem Thema Kompression beschäftigte, stieß ich auch auf die Erkrankung Lipödem und fand mich darin ganz schnell wieder. Endlich wusste ich, was los war und stellte mich bei einem Facharzt vor, der mir mein Lipödem auch direkt diagnostizierte.

Seit dem Moment an, kniete ich mich in die Thematik Lipödem und wie man mit der Erkrankung besser umgehen kann. Schnell wurde ich in der Firma zur Spezialistin für die Kompressionsversorgungen, mit denen man die Lipödempatientinnen versorgt. Durch meine eigenen Erfahrungen und meinem Wissen, das sich von dem normalen Wissen im Sanitätshaus abhebt, baute ich schnell einen großen Kundenstamm auf und von weit her kamen die Patientinnen zu mir, da man bei mir eine Rundumberatung erhielt.

 

Sanitätshaus Janarium … es geht los

Mai 2018

Es kam der Tag, an dem ich den Mut gefasst habe mich in die Selbstständigkeit zu wagen. Ich wollte meine Mädels noch besser beraten und auf ihre besonderen Bedürfnisse eingehen. Sodann eröffnete ich im Mai 2018 mein eigenes Sanitätshaus, das spezialisiert auf Kompressionsversorgungen ist und auch nichts anderes anbietet. Es fing im kleinen Rahmen im Keller meines Schwiegervaters an.

August 2018

Ich merkte schnell, dass die Aufträge mehr wurden und die Räumlichkeiten nicht mehr ausreichten. Es folgte der Umzug in größere Räumlichkeiten nach Nauheim in die Konrad-Adenauer-Allee.

August 2018

Zusätzlich wurde mir zügig klar, dass ich den Ansturm und die Nachfrage nicht mehr alleine stemmen konnte und deswegen habe ich meine erste Mitarbeiterin eingestellt.

Dezember 2019

Schlag auf Schlag ging es weiter. Ende des Jahres 2019 wurden die Räumlichkeiten wiederrum zu klein und wir haben im Dezember 2019 den Umzug nach Nauheim in die Königstädter Straße gemeistert.

März 2020

Im Laufe der Zeit habe ich in Zusammenarbeit mit meiner Mitarbeiterin und Bloggerin Christiane Dillich den 1. Lipödemtag Rhein-Main ins Leben gerufen und sofern uns die Corona-Pandemie nicht dazwischen gekommen wäre, dann hätten wir am 21.03.2020 mit circa 350 Personen (Teilnehmer, Aussteller, Ärzte, Caterer, Helfer, etc.) einen Gesundheitstag für und mit Betroffene veranstaltet. Sobald es die besonderen Umstände ermöglichen, werden wir den 1. Lipödemtag Rhein-Main nachholen.

März 2020

Zum 01.03.2020 habe ich meinen Bruder Tim als Vollzeitkraft eingestellt, der mir schon während meiner kompletten Selbstständigkeit unangenehme Dinge wie Buchhaltung, Steuern und Co. aus dem Rücken gehalten hat. Ab dann konnte er sich hauptberuflich um die finanziellen Belange des Sanitätshauses Janarium kümmern.

Frühjahr 2021

Ein weiterer Meilenstein des Sanitätshauses Janarium ist der neue Laden in St. Goarshausen, den wir im Frühjahr 2021 eröffnen werden um noch mehr Kunden mit unserem Know-how versorgen zu können.

Mittlerweile beschäftige ich sechs Mitarbeiter/innen (darunter eine Auszubildende) und zusätzlich unterstützen mich mein Vater und mein Lebenspartner in allen Fragen der Renovierung und Instandhaltung des Sanitätshauses.

Wir hoffen, dass wir die Geschichte des Sanitätshauses Janarium noch viele Jahre fortschreiben dürfen und alle Beteiligten, die uns schon lange auf diesem Weg begleiten, uns noch viele Jahre erhalten bleiben!